Pilsner
Artikel
0 Kommentare

Weiber, Bier und Beichten im böhmischen Paradies – Inszenierung am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen

Das Böhmische Paradies ist ein idyllisches Fleckchen Erde, aus dem sich wohl niemand gern vertreiben lassen möchte. Genau das scheinen die zehn Männer aus dem gleichnamigen Theaterstück von Jaroslav Rudiš jedoch zu befürchten. Deshalb ziehen sie sich regelmäßig in die Sauna zurück, eine heterotope Welt mit eigenen Regeln, zu der Frauen keinen Zutritt haben – von der Putzfrau abgesehen. [Weiterlesen]

Artikel
0 Kommentare

Benutzt, mißbraucht und zerfetzt – „Amerika“ am Theater Bremen

Karl Rossmann liegt auf der Bühne des Theaters in Bremen – auseinandergenommen, zerfetzt, kaputt. Eine überlebensgroße Puppe, die Gliedmaßen verstreut auf den Brettern, daneben Kopf und Torso. Dabei hatte es eigentlich ganz gut angefangen für Karl, der 16jährig von seinen Eltern nach Amerika geschickt wurde. Nicht geschickt, sondern „beiseite geschafft, wie man eine Katze vor die Tür wirft, wenn sie ärgert“. [Weiterlesen]

Schauspieler Verdelis als Vandam
Artikel
0 Kommentare

Das perfekte Stück zur politischen Lage – „Nationalstraße“ am Staatsschauspiel Dresden

Ich konnte es sehen und hören, dass es zwei Tage vor der Bundestagswahl in Dresden brodelte. Zum Beispiel an den Wahlplakaten von SPD und CDU, die mit „Volksverräter“-Stickern überklebt waren. Oder an den zwei älteren Männern, die sich lauthals vor dem goldenen Reiter über die Politiker und Bonzen „da oben“ aufregten, die endlich mal einen Denkzettel bräuchten. Oder daran, dass sich in der „Sächsischen Zeitung“ Leute mit Foto und Namen offen dazu bekannten, AfD zu wählen. Das der Denkzettel so deutlich zugunsten der rechtsextremen Partei ausfallen würde, hat selbst meine schlimmsten Befürchtungen übertroffen. [Weiterlesen]

Lettern Buchdruck
Artikel
2 Kommentare

Ich bin gesprungen, jetzt muss ich schwimmen

Schreiben ist doch einfach. So habe ich es mir zumindest als Kind vorgestellt, als ich noch nicht zur Schule ging. Einmal, als mein Opa die Zeitung las, habe ich die Buchstaben abgemalt und zu neuen Wörtern zusammengesetzt. Mein Opa sollte mir dann vorlesen, was ich geschrieben hatte. Leider konnte er keines meiner Wörter verstehen, obwohl für mich völlig klar war, was es bedeuten sollte.

Schreiben passiert einfach. Wenn man etwas zu sagen hat, setzt man sich hin und das Buch fließt aus einem heraus. [Weiterlesen]

Artikel
1 Kommentar

Im Gespräch mit: Finenschnabel

Heute startet eine neue Reihe auf meinem Blog. In loser Folge stelle ich Künstlern zehn Fragen zu ihrer Arbeit, über die Kunst und das Leben. Den Anfang macht Finenschnabel aus Berlin. Fine zeichnet, fotografiert und malt. In ihren Kunstwerken finden sich sowohl expressionistische Elemente als auch Elemente moderner Illustrationen. Fine betrachtet die Welt mit einem Augenzwinkern und öffnet mit ihren Bildern Fenster, durch die die Betrachter die Welt mit anderen Augen sehen können.[Weiterlesen]

Inszenierung Nationalstraße Bremen
Artikel
0 Kommentare

Weniger ist manchmal mehr – Rezension zu Nationalstraße am Theater Bremen

Vandam ohne echtes Bier und ohne echte Schlägerei? Das konnte nicht gutgehen. Dabei fing die Inszenierung von Nationalstraße am Theater Bremen verheißungsvoll an. Gleich zu Anfang erhob sich der Protagonist nackt aus dem Schaum. Ein netter Effekt mit Aufmerksamkeitsgarantie. Zudem war die Bühnendekoration stimmig: der Wald aus Tannenbäumen, das Lagerfeuer, die typisch sozialistischen Metallgitter und darüber der Nordstern als Symbol für die Kneipe „Severka“.[Weiterlesen]