Bild zu Nationalstraße am Theater Bremen
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Weniger ist manchmal mehr – Rezension zu Nationalstraße am Theater Bremen

Vandam ohne echtes Bier und ohne echte Schlägerei? Das konnte nicht gutgehen. Dabei fing die Inszenierung von Nationalstraße am Theater Bremen verheißungsvoll an. Gleich zu Anfang erhob sich der Protagonist nackt aus dem Schaum. Ein netter Effekt mit Aufmerksamkeitsgarantie. Zudem war die Bühnendekoration stimmig: der Wald aus Tannenbäumen, das Lagerfeuer, die typisch sozialistischen Metallgitter und darüber der Nordstern als Symbol für die Kneipe „Severka“.[Weiterlesen]

Plakat Alois Nebel
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Kein Leben nach Fahrplan – Rezension zu Alois Nebel

Es liegt so einiges im Nebel im Altvatergebirge. Die Geschichte hat Wunden hinterlassen, die die Zeit nicht heilen kann. 1938. 1945. 1968. 1989. Bedeutende Jahreszahlen in der tschechischen Geschichte. Zahlen, die in dem Theaterstück Alois Nebel immer wieder auftauchen, eindringlich und unverrückbar. Zahlen, die der Fahrdienstleiter Alois Nebel versucht, mit anderen Zahlen aus dem Kopf zu bekommen – den Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Züge, die an dem kleinen Bahnhof Bílý Potok halten oder vorbeifahren. Es gelingt ihm nicht. [Weiterlesen]

Ausstellung Relikte DHM
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Auf den Spuren des Kalten Krieges

Wo sind sie hin, die Menschen, die fast 50 Jahre hier gelebt haben – versteckt in Kasernen und hinter Zäunen, weitgehend abgeschottet vom Alltagsleben draußen. Fast eine halbe Million sowjetische Soldaten und Zivilisten waren in der DDR stationiert. Die Sowjetarmee verfügte 1989 über insgesamt 1026 Objekte mit etwa 36.000 Gebäuden, davon 777 geschlossene Areale (Quelle: „Die Zeit“). Über das Leben der Soldaten in den „Russenkasernen“ war nur wenig bekannt, für die DDR-Bevölkerung blieben sie aufgrund der Ghettoisierung Fremde. [Weiterlesen]

Postkarte Männerspielerin
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Anerkennung, Ruhm und Unsterblichkeit – oder warum inszenieren wir uns selbst?

Was bewegt einen Menschen dazu, seine Tagebücher zu veröffentlichen? Aufzeichnungen, die doch eigentlich nur für einen selbst bestimmt sind – um das Leben zu reflektieren, Ereignisse festzuhalten, Gedanken zu ordnen oder sich Probleme von der Seele zu schreiben. Sind es die gleichen Motive, die Menschen dazu treiben, ihr Leben – auch die privatesten Momente – auf den Social-Media-Kanälen zu teilen und damit der Öffentlichkeit preiszugeben? [Weiterlesen]

Ausstellung Homosexualitäten
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Bunt, differenziert und tiefgründig – die Ausstellung Homosexualität_en

Als ich die Einladung zur Führung durch die Ausstellung „Homosexualität_en“ vom Deutschen Historischen Museum bekam, dachte ich zunächst: „Warum sollte ich da hingehen? Eigentlich betrifft es mich ja nicht.“

Aus Neugier habe ich doch zugesagt und erlebte nicht nur eine tolle Führung und interessante Gespräche mit der Kuratorin Birgit Bosold und dem Kurator Detlef Weitz, sondern sah eine Ausstellung, die man sich gerade auch dann ansehen sollte, wenn man sonst nichts mit dem Thema „Homosexualität“ zu tun hat. [Weiterlesen]

Plakat Das Schloss
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Kein Ankommen – Rezension zu „Das Schloss“ am Theater Bremen

Nein, es gibt kein Ankommen. K. ist und bleibt ein Fremder im Dorf – ausgegrenzt, unverstanden, ohne Chance auf Integration. So sehr er es auch will, das Schloss kann er nicht erreichen. Er läuft und läuft und läuft, am Anfang voller Tatendrang und Hoffnung, dann verzweifelt, später kämpferisch und zum Schluss resigniert. Nirgends kann er die ersehnte Erlaubnis bekommen, im Dorf zu bleiben und zu arbeiten. K. läuft, aber er läuft auf einem Laufband, Meter um Meter, Minute für Minute und bleibt so trotz aller Anstrengung auf einer Stelle. [Weiterlesen]