Nein, es gibt kein Ankommen. K. ist und bleibt ein Fremder im Dorf – ausgegrenzt, unverstanden, ohne Chance auf Integration. So sehr er es auch will, das Schloss kann er nicht erreichen. Er läuft und läuft und läuft, am Anfang voller Tatendrang und Hoffnung, dann verzweifelt, später kämpferisch und zum Schluss resigniert. Nirgends kann er die ersehnte Erlaubnis bekommen, im Dorf zu bleiben und zu arbeiten. K. läuft, aber er läuft auf einem Laufband, Meter um Meter, Minute für Minute und bleibt so trotz aller Anstrengung auf einer Stelle. [Weiterlesen]
Jaroslav Rudiš über die Premiere von “Das Schloss” am Theater Bremen
Jaroslav Rudiš und die Kafka-Band konnte ich bereits bei dem Konzert zu Kafkas Roman “Das Schloss” live in Berlin sehen. Jetzt hat der Regisseur Alexander Riemenschneider “Das Schloss” als szenisches Konzert im Theater am Goetheplatz in Bremen inszeniert – die Premiere ist am 20. September um 18 Uhr. Trotz Probenstress hat sich Jaroslav Rudiš Zeit genommen, mit mir über die Besonderheiten der Bühnenfassung, das Thema Fremdsein und sein Lampenfieber zu sprechen. [Weiterlesen]
Dummy Lab
Wer beim Wort Zirkus an weiße Löwen, Pferdedressur und bunte Clowns denkt, ist bei DUMMY lab definitiv falsch. Das Chamäleon Theater und die Show haben sich dem neuen Zirkus verschrieben. Der “Neue Zirkus” ist eine künstlerische Bühnenform. Es geht nicht darum, die größte körperliche, sondern die größte künstlerische Leistung zu zeigen. DUMMY Lab ist daher eine Mischung aus Varité-Theater und Artistik nach einem dramaturgischen Konzept von Markus Pabst und Eike von Stuckenbrok.[Weiterlesen]
Theater ohne Probe: Im Sinne von Brecht
Improtheater hat oft etwas von Glückspiel. Das Stück, das an dem jeweiligen Abend auf der Bühne entsteht, ist von den Stichworten der Zuschauer, dem Zugang der Schauspieler zu diesem Thema, von deren Spiellaune und überhaupt der Stimmung im Theater abhängig. Das, was live auf die Bühne gebracht wird, ist einmalig und nicht reproduzierbar. Manchmal ist das gut, manchmal wünscht man sich, es gäbe doch eine Wiederholung.[Weiterlesen]
Ruanda-Memory
Wie kann man einen Völkermord wie den in Ruanda auf eine Theaterbühne bringen? Wie soll man die unvorstellbaren Grausamkeiten, die dort passierten, darstellen?
1994 töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit in nur wenigen Wochen fast 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit. Die Theatergruppe Cie.Freaks und Fremde bringt in ihrem Stück „Ruanda-Memory“ neun Objekte auf die Bühne, die die Geschichte des Landes, die Monate vor dem grausamen Genozid und das Leben danach beleuchten sollen.[Weiterlesen]
Das Verhör
„Aber du kennst mich doch?“, insistiert, bittet, ja fleht Adam Barklay (Ulrich Voß). Seine Worte richtet er an Chief Inspektor John Parker (Thomas Gumpert). Der hat ihn zur Befragung ins Polizeirevier bestellt. Nur wird aus der Befragung allmählich ein Verhör, aus dem Zeugen ein Verdächtiger. Dabei sind Barklay und Parker seit vielen Jahren befreundet, kennen die Familie und die Schicksalsschläge des jeweils anderen. Warum dann die bohrenden Fragen, warum die unglaubliche Anschuldigung, Barklay habe zwei kleine Mädchen sexuell missbraucht und umgebracht?[Weiterlesen]