Artikel
4 Kommentare

Ich bin gesprungen, jetzt muss ich schwimmen

Schreiben ist doch einfach. So habe ich es mir zumindest als Kind vorgestellt, als ich noch nicht zur Schule ging. Einmal, als mein Opa die Zeitung las, habe ich die Buchstaben abgemalt und zu neuen Wörtern zusammengesetzt. Mein Opa sollte mir dann vorlesen, was ich geschrieben hatte. Leider konnte er keines meiner Wörter verstehen, obwohl für mich völlig klar war, was es bedeuten sollte.

Schreiben passiert einfach. Wenn man etwas zu sagen hat, setzt man sich hin und das Buch fließt aus einem heraus. Entweder man hat das Talent dazu oder eben nicht. Wozu braucht man Kurse oder gar eine Ausbildung? Das haben mich erstaunlich viele Leute gefragt als ich ihnen erzählte, dass ich eine Autorenausbildung mache.

Lettern Buchdruck

Schreiben ist einfach.

Jeder, der schon einmal ernsthaft versucht hat einen Roman zu schreiben weiß, dass Schreiben nicht so einfach ist. Ein Buch zu schreiben ist nichts, was mal eben so passiert. Es gehört weit mehr dazu, als nur Talent und Ideen. Man braucht das entsprechende Handwerkszeug, Durchhaltevermögen, Disziplin und die Unterstützung von Familie und Freunden. Nach einigen Monaten oder Jahren ist dann vielleicht ein Manuskript fertig, mit dem man selbst halbwegs zufrieden ist. Und dann braucht man Mut. Mut, das Geschriebene anderen zu zeigen, an die Öffentlichkeit zu gehen und loszulassen.

Ich trage schon länger die Idee für einen Roman mit mir herum. Ich habe Story und Figuren entwickelt und erste Szenen geschrieben – neben Arbeit und Familie. Wenn ich das Tempo so beibehalten würde, wäre mein Manuskript erst in ein paar Jahren fertig. Nun weiß aber jeder, der mich kennt, dass ich ungeduldig bin und mir Projekte über mehrere Jahre überhaupt nicht liegen. Ich habe deshalb zwei Entscheidungen getroffen: Zum einen habe ich die 18-monatige Autorenausbildung im Schreibhain begonnen. Zum anderen arbeite ich vorerst nur noch in Teilzeit, um genug Zeit zum Schreiben zu haben.

Papierschiff auf dem Wasser

Ich bin gesprungen, jetzt muss ich schwimmen.

Ich bin gesprungen. Wie weit ich schwimmen kann, werde ich sehen. Ich bin glücklich mit meinem Entschluss, auch wenn ich jetzt schon merke, dass es nicht nur Spaß machen sondern auch weh tun wird. Aber es wird sich auf jeden Fall lohnen, auch das kann ich schon sehen. Und im besten Fall habe ich im nächsten Jahr mein Roman-Manuskript fertiggeschrieben.

4 Kommentare

  1. Es ist seltsam:

    Kein Mensch glaubt, dass er/sie sich nur vor ein Klavier setzen und ein paar schwarze und weiße Tasten drücken muss, um als ein neuer Rubinstein am Pianistenhimmel aufzusteigen.

    Aber zehntausende sind überzeugt, sich nur vor einen Rechner setzen und Gedanken in Worte fassen zu müssen, um über Nacht Bestsellerautor zu werden.

    Beide Künste funktionieren indes nur, wenn man/frau das erforderliche Handwerkszeug beherrscht, täglich übt und Durchhaltevermögen beweist. Insofern finde ich toll, dass du darauf hinweist, wie sinnvoll es ist, die Techniken des Schreibens zu erlernen.

    Antworten

    • Vielen Dank! Ich schreibe gerade fleißig am Manuskript, am 4. November soll es vorgestellt werden.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar zu Ruprecht Frieling Antworten abbrechen

Pflichtfelder sind mit * markiert.