Eine Woche im Jahr habe ich den schönsten Arbeitsweg von allen Berlinern. So um den 20. April herum beginnen nämlich die japanischen Kirschbäume am Mauerweg an der Bornholmer Straße zu blühen. Die blassrosa Blüten und hellgrünen Blätter bilden dann eine farbenprächtige Allee, unter der ich zweimal am Tag hindurchgehen kann. Es versteht sich natürlich von selbst, dass ich dabei nicht allein bin. Besonders in den Morgenstunden und am Abend tummeln sich dort dutzende Fotografen, um das Fest der Farben festzuhalten.[Weiterlesen]
Das The Wall Museum zeigt die Geschichte des Mauerbaus in einer multimedialen Ausstellung
Das neu eröffnete The Wall Museum befindet sich im Mühlenspeicher direkt an der Eastsidegallery, einem der Touristenmagneten Berlins. Die Versuchung hätte groß sein können, die Geschichte der Mauer plakativ oder effekthascherisch darzustellen, quasi als „Mauer-to-go“ für Touristen. Zum Glück ist genau das Gegenteil der Fall. Das liegt sicher auch daran, dass die Ausstellung von Guido Knopp und dem Dokumentarfilmer Jürgen Ast kuratiert wurde. [Weiterlesen]
Nachlese zum Jubiläum des Kulturareals im Ernst-Thälmann-Park Berlin
Am ersten April-Wochenende feierte das Kulturareal im Ernst-Thälmann-Park in Berlin sein 30jähriges Jubiläum. Ein guter Grund der Einladung der Kulturfritzen zu folgen und bei einem Tweetwalk das geschichtsträchtige Areal zu entdecken. Unter dem Hashtag #etp30 twitterten wir einen Abend lang aus dem Park und dem Theater unterm Dach. [Weiterlesen]
Tschechischer Humor und die Katastrophen des Lebens – Rezension zum Buch “Nationalstraße”
Mit diesem Vandam werde ich einfach nicht warm. Er säuft, zettelt Kneipenschlägereien an, war im Knast und sieht sich selbst als Patrioten, als letzten Tschechen, der seine Prager Siedlung am Rand der Stadt verteidigen muss. Seinen Kosmos, in dem Fremde nichts zu suchen haben. Nur leider kommt mir dieser Vandam irgendwie bekannt vor. [Weiterlesen]
Auf den Spuren des Kalten Krieges
Wo sind sie hin, die Menschen, die fast 50 Jahre hier gelebt haben – versteckt in Kasernen und hinter Zäunen, weitgehend abgeschottet vom Alltagsleben draußen. Fast eine halbe Million sowjetische Soldaten und Zivilisten waren in der DDR stationiert. Die Sowjetarmee verfügte 1989 über insgesamt 1026 Objekte mit etwa 36.000 Gebäuden, davon 777 geschlossene Areale (Quelle: “Die Zeit”). Über das Leben der Soldaten in den “Russenkasernen” war nur wenig bekannt, für die DDR-Bevölkerung blieben sie aufgrund der Ghettoisierung Fremde. [Weiterlesen]
Anerkennung, Ruhm und Unsterblichkeit – oder warum inszenieren wir uns selbst?
Was bewegt einen Menschen dazu, seine Tagebücher zu veröffentlichen? Aufzeichnungen, die doch eigentlich nur für einen selbst bestimmt sind – um das Leben zu reflektieren, Ereignisse festzuhalten, Gedanken zu ordnen oder sich Probleme von der Seele zu schreiben. Sind es die gleichen Motive, die Menschen dazu treiben, ihr Leben – auch die privatesten Momente – auf den Social-Media-Kanälen zu teilen und damit der Öffentlichkeit preiszugeben? [Weiterlesen]